Donnerstag, 16. April 2015

Ein Tag in Auschwitz

Zu unserem Wochenende in Krakau gehörte auch wie beschrieben eine Führung durch das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Die Tour haben wir über die App "GetYourGuide" bestellt. Für ca. 35 Euro pro Person wird man von einem Fahrer vom Hotel abgeholt.
Die Fahrt dorthin von Krakau aus dauerte ca. eine Stunde und Du musst etwa 8 Stunden für diesen Tag einplanen.

Ich muss sagen, dass ich vorher noch in keinem Konzentrationslager war und im Vorfeld sagte man mir oft, dass Auschwitz auch eine ganz andere Dimension hat und nicht zu vergleichen ist mit den anderen Lagern.

Plötzlich standen wir auf dem Parkplatz und eine Gruppenleiterin nahm uns mit vor das berühmte Tor mit dem zynischen Schild: "Arbeit macht frei".



Im Vorfeld hatte ich viel überlegt: Nehme ich eine Kamera mit und kann man da überhaupt einfach filmen? Die Antwort ist ja, man darf filmen und fotografieren, jedoch wird man an einigen Orten gebeten dies nicht zu tun.
Ich hatte mich dazu entschieden meine analoge Kamera Olympus Trip 35 mitzunehmen und diese mit einem Schwarzweissfilm zu bestücken. Auch eine digitale Kamera habe ich dabei gehabt. Du musst Dir vorstellen, dass Du im Lager einen Kopfhörer trägst, worüber Du die Führung hören kannst. Als ich abends meine Filmschnipsel auf der Kamera angeschaut hatte, bekam ich Gänsehaut. Man hört auf den Videos nichts ausser Schritte. Keiner unterhält sich. Unheimlich.

Nachdem man Ausschwitz I gesehen hat, geht es mit einem Bus ca. 3 km nach Birkenau. Hier hat es mich wirklich umgehauen. Kein Foto, keine Dokumentation und kein Bericht kann die Größe dieses Geländes je richtig beschreiben.
Stell Dir vor Du stehst am Strand und Du schaust auf das Meer. Ganz hinten siehst Du eine Linie. Du weißt das Meer geht da weiter, aber Du siehst es nicht mehr. So ist es, wenn Du am Rand von Birkenau stehst und versuchst das Ende der anderen Seite zu sehen. Du siehst nur die übrig gebliebenen Schornsteine der Baracken, aber Du siehst den Zaun der anderen Seite nicht. Das hat eine Wirkung, die ich kaum beschreiben kann. Die musst Du selber erleben.

Sowieso habe ich nun genug berichtet, ich möchte hier nun meine Fotos sprechen lassen. Mit einem Klick auf das erste Foto öffnet sich eine Bildergalerie.

























Es ist einfach unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die das hier alles leugnen und dass es welche gibt, die das auch noch gut finden. Der Besuch stand auf meiner Lebensliste der Dinge, die ich in meinem Leben tun wollte und dieser Tag wird mich mein ganzes Leben begleiten und immer wieder sagt eine innere Stimme: "So etwas darf es nie wieder geben". Dann machst Du die Nachrichten an und siehst Syrien, Irak etc.

Seit ich wieder zurück bin und über meine Erlebnisse berichte, erzählen mir Menschen, dass Sie schon lange mal dorthin fahren wollten. Solltest Du dies nun auch denken, möchte ich Dich bitten:
Tu es !!! Eine Anleitung für ein ganzes Wochenende biete ich Dir in meinem Krakau-Artikel an. Du wirst es nicht bereuen.

Hast Du Fragen zu dieser Tour, dann schreib sie mir in die Kommentare. Lass doch auch mal dort einen Kommentar da, ob Du selber gerne mal dorthin möchtest oder berichte mir Deine Eindrücke, wenn Du schon mal dort gewesen bist.



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