Mittwoch, 16. September 2015

Fünf Punkte für den Sicherheitscheck am Flughafen

Ich glaube jeder von uns analogen Fotografen, kann zu diesem Thema ganze Seiten mit Geschichten füllen. Bringen wir es mal auf den Punkt, auch Sicherheitsbeamte sind neugierige Menschen und finden unser Hobby oft entweder sehr spannend, oder sind von unserem Gepäck total genervt. 
Ich erinnere mich an unsere Reise nach Dubrovnik mit Zwischenaufenthalt in Wien. 
Ich hatte meine Olympus Trip 35, meine LC-A+ und meine La Sardina dabei. Zusätzlich einen ganzen Vorrat an Filmen. 
Die Hinreise funktionierte problemlos und irgendwie hat keinen interessiert, was ich da im Rucksack hatte.
Auf der Rückreise gestaltete sich das dann doch etwas anders: 


Am Flughafen in Dubrovnik war mir der Sicherheitsservice schon viel zu gechillt. Ich sah wie mein Rucksack über das Band durch das Röntgengehäuse fuhr und es wieder verließ. Der nette Herr drückte plötzlich einen Knopf und der Rucksack verschwand rückwärts wieder. Er blickte besorgt und ernst auf seinen Bildschirm, lächelte plötzlich, sah mich an und hob seinen Daumen nach oben in meine Richtung. "Nice Camera" rief er mir zu und gab mir meinen Rucksack zurück. 
Dann landeten wir in Wien. 
Wir hatten eine Stunde Aufenthalt und haben uns schon so gewundert, warum die Menschen alle an uns vorbei eilten. Schnell merkten wir, das die Wege auf dem Wiener Flughafen scheinbar endlos sind. Nach ewigen Treppen und Rollbändern, gelangten wir plötzlich in einen Raum mit Absperrbändern. Oh nein, wir müssen noch einmal durch die Sicherheitskontrolle? 
Ja, mussten wir und wieder musste der Gürtel abgenommen und wieder der Rucksack in die Schale geworfen werden. Unser Blick fiel auf die Uhr und plötzlich hatten wir noch 5 Minuten Zeit, um zu unserem Flugzeug zu gelangen. 
Nun kam mein Rucksack nicht mehr aus dem Röntgengerät. 
Ein Sicherheitsbeamter kam auf mich zu und berichtete mir, dass drei auffällige Punkte zu erkennen seien, die ich nun aus dem Rucksack holen müsste. Ich holte meine Ladekabel und meine Akkus raus und gab ihm den Rucksack wieder. Er kam zurück mit den Worten: "Nein mein Herr, die drei Dinger sind noch immer vorhanden, das könnten Zünder sein". Ich bat ihn mir den Monitor zu zeigen, damit ich selber sehen konnte, was er da meint. Tatsächlich, drei kleine Felder waren zu sehen. Was kann das nur sein? Die Uhr tickte immer schneller, wir mussten zu unserem Flugzeug. Da hatte der Beamte plötzlich meine Trip 35 Kamera in der Hand. "Mensch, die ist ja schön, wie alt ist die denn, nutzen Sie die noch?". Während ich ihm antwortete, fiel mir mein Stativ ein, das sich vorne im Rucksack befand. Es hatte in den Füßen kleine Magnete. Ich drückte dem Beamten das Teil in die Hand und sagte: "Probieren sie es bitte jetzt noch mal, wir müssen los."
Tatsächlich, es war das Stativ. 

Was also sollte man beachten, wenn man mit analogen Kameras verreisen möchte? Hier liste ich Euch mal meine 5 Punkte auf. 


  • Entscheidet Euch für max. zwei Kameras
Minimiert Eure Ausrüstung auf das nötigste. Ihr müsst im Zweifel beim Sicherheitscheck, den ganzen Koffer oder Rucksack auspacken. Am Anfang meiner analogen Zeit, hatte ich immer alle Kameras dabei, weil ich nie sicher war, welche ich nutzen wollte. Also entscheidet Euch im Vorfeld. 

  • Filme ins Handgepäck nehmen
Filme mit einer ISO Zahl von 100 - 400 können locker mit ins Handgepäck genommen werden. Ich hatte immer Angst vor der Röntgenbestrahlung und habe da mit einem Sicherheitsbeamten mal drüber gesprochen. Die Koffer werden mit einer stärkeren Bestrahlung durchleuchtet und dabei kann es schneller passieren, dass die Filme das nicht ab können. Daher ins Handgepäck mit den Rollen. Es gibt im Internet auch Behälter, die vor den Strahlen schützen sollen. Ich hatte allerdings bislang noch keine Probleme, daher musste ich diese noch nicht testen. 
Ab 800er ISO-Filmen soll es schwieriger werden. Diese sind empfindlicher und schneller zu zerstören. Da ich bislang immer in die Sonne geflogen bin, brauchte ich bisher noch keine 800er Filme, kann daher keine Erfahrung weiter geben. 

  • Filme auspacken und in eine extra Tüte füllen. 
Es ist wirklich so unterschiedlich. In Barcelona musste ich zum ersten mal meine Filme vorzeigen und auch erklären, was das für Rollen sind, andere interessierten sich für die Filme überhaupt nicht. Auf jeden Fall solltet Ihr die Umverpackung abmachen und die Rollen mit den Behältern zusammen in einen Beutel füllen. Es kann Euch bei besonders hartnäckigen Kontrollen eine Menge Zeit ersparen. 

  • Drahtauslöser vorher entnehmen und vorzeigen. 
Etwas was Sicherheitsbeamte wohl noch nie gesehen haben, sind die Drahtauslöser für analoge Kameras. Plötzlich erscheint auf deren Bildschirm etwas Spritzenartiges mit einem langen Schlauch und schon müsst Ihr wieder etwas erklären. 

  • Stative vorher entnehmen und vorzeigen. 
Wenn Ihr wie ich ein Gorillapod Stativ mit Magneten habt, dann habt Ihr ja jetzt den Hinweis bekommen, dass man dieses schicke Teil besser vorher zeigen sollte.  

Die Kontrollen sind wie gesagt sehr unterschiedlich und von Land zu Land sehr verschieden. Ich habe mich vor meinem ersten Flug mit meiner Ausrüstung, durch das Internet gewühlt und nach Tipps gesucht. Manche berichten einfach über keinerlei Probleme beim einchecken und wieder andere haben wirklich ihren Flug verpasst, weil sie die halbe Ausrüstung auspacken mussten. 

Ich wünsche Euch nun einen guten Flug. 









Kommentare:

  1. Meine Digicam macht bei den Kontrollen nie Probleme, die Holga sorgt immer für besorgte Blick - bis man sie aus dem Gepäckstück holt und herzeigt ;)

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    1. herzlich Willkommen hier und danke für Deinen ersten Kommentar bei mir :-). Du hast recht, ich glaube auch in einer Digitalkameratasche kannst Du sonst was haben, es interessiert nicht. Aber interessant aussehende Kameras, lassen sie sich gerne mal vorführen :-)

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  3. Hi,
    Du schreibst vom Umgang mit den Filmen. Gehst Du da von 135er Filmen aus? Hattest Du auch schon 120er Rollfilm dabei? Das steht bei meiner nächsten Reise an. Bin gespannt.
    LG Thomas

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    1. Hi Thomas, ja das stimmt, ich gehe von 135er aus. Bei 120er dürfte es doch aber eigentlich auch nicht anders sein, wenn sie noch in der Verpackung sind. Ich denke solange die ISO eingehalten wird, geht das alles. Aber da habe ich tatsächlich noch keine Reiseerfahrung. Viele Grüße Kai

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