Mittwoch, 23. September 2015

Drei Tage, der Gameboy, Super Mario Bros. und ich...


Am Wochenende hatten wir Besuch in der LomTro-Hütte. 

Irgendwann fiel dann der Blick auf den alten Gameboy Classic und zack, wurde er ausgepackt. 
Plötzlich tauschten wir uns über gemeinsame Erinnerungen aus. 

Ich gehöre zu der Fraktion, dessen Eltern den Hype um dieses "sau teure Teil" nicht unterstützen wollten und ging damals bei dem Gameboy Classic leer aus. Selbst ein Wunschzettel mit zehn mal dem gleichen Geschenkwunsch zu Weihnachten, brachte nicht den erhofften Erfolg. 
Also wurde der beste Freund bequatscht, angefleht und zu einem konsequenten Deal herausgefordert. 
Er bekam meine ganzen Knight-Rider-Hörspielkassetten und ich seinen Gameboy inkl. dem Spiel "Super Mario Bros."
Da der beste Kumpel aber gerade selbst unter der Nintendo-Sucht litt, stellte er eine gnadenlose Frist von drei Tagen auf. 

Drei Tage, der Gameboy, Super Mario Bros. und ich. 

Was folgte war ein Gamingmarathon pax excellence. Eingefleischte Gamer von heute werden das nachvollziehen können. Ich rannte nach Hause, schmiss mich auf mein Bett und zockte mir die Seele aus dem Leib. Das Abendessen unterbrach dabei meinen Workflow. Ich schlich mich in die Küche zum Essen und tat meinen Unmut kund, das dieses essen nicht genießbar sei. Als Konsequenz schickte mich meine Mutter ohne weitere Nahrung in mein Zimmer, in dem ich dann endlich in Ruhe weiterspielen konnte. 

Immer wieder hüpfte ich über die Tonnen und stürzte plötzlich die Schluchten herunter, kam an die Pilze nicht ran und fluchte vor mich hin. Zähne putzen? Weltrekord! Nun folgte mein nächstes Problem, die Schule. Sie klaute mir Zeit um meinen neuen italienischen Freund durch die Level rennen zu lassen. Wir hatten einen Dorfkiosk am Busbahnhof und ich hatte 2 Mark. Ich besorgte mir also ein üppiges Frühstück - eine Tüte Gemischtes ohne Lakritze - und verzog mich dorthin wo man mich endlich in Ruhe spielen lassen würde, auf den Spielplatz. Hier war es menschenleer, waren ja alle in der Schule, aber ich hatte eine Mission und nur noch zwei Tage. Der Spielplatz befand sich in hörbarer Nähe meiner Schulglocke und so verpasste ich nicht den Zeitpunkt pünktlich zum Mittagessen wieder zu Hause zu sein. 

Wie war es in der Schule, hörte ich meine Mutter fragen? Klasse, antwortete ich und verzog mich in mein Zimmer und daddelte weiter bis in den späten Abend hinein. Plötzlich geschah das unfassbare. Mario verschwand einfach vom Display. Zack, weg war er. Die Batterien mussten getauscht werden und ich musste das ganze Level noch einmal spielen. 

Aber, die Zeit war gut zu mir. Am dritten Tag hatte ich sechseckige Augen, war völlig erschöpft und wollte meinem Kumpel seine Suchtbox zurückgeben. Dieser jedoch flehte mich plötzlich um einen weiteren Tag an, da er die ganzen Hörspielkassetten noch nicht durchgehört habe. 

Ja, und so lernte ich Tetris kennen.  

Heute kann man sich zum Glück alles kaufen, was man früher nicht bekommen hat. Erwachsen sein ist doch cool. 


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